Zwei verschiedene Abschiede
- Katja Schnitzler
- 2. Juni 2019
- 1 Min. Lesezeit
Zwei der ersten Gedichte aus Gustav Scheuflers Tagebüchern, die ich bereits aus dem Sütterlin "übersetzt" und auf der Webseite www.meinedienstzeit.com veröffentlicht habe, handeln vom Abschied. Ich selbst gehöre zu den Menschen, die sich nicht gern verabschieden, dabei traurig und melancholisch werden und auch die ein oder andere Träne vergießen. Vielleicht hat mich gerade deshalb die Überschrift "Abschied" magisch angezogen. Wenn wir es schon traurig finden, uns von lieben Menschen am Flughafen für ein paar Wochen oder Monaten zu verabschieden, wir fühlt es sich dann erst an, wenn man einen Abschied nimmt, der in einen Krieg führt? In die absolute Unvorhersehbarkeit? In die Vorahnung sich nie wieder zu sehen? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Abschied 1913 vom 19. Dezember 2013 liest sich für mich noch sehr hoffnungsvoll. Gustav verabschiedet sich augenscheinlich nur für zwei Jahre Kommandierung beim Militär und verspricht seiner Liebsten, sie danach zum Traualtar zu führen, wenn sie ihm treu bliebe.
Ganz anders klingt er in Abschied 1914 vom 18. Februar 1914, wohl ahnend dass es tatsächlich in den Krieg gehen wird. Verbittert und traurig kommen die Zeilen daher, doch selbst hier kann man den Keim der Hoffnung noch finden. In diesem Gedicht fließen auch einige Zeilen aus bekannten Volksgedichten ein, die Gustav in seinen Text einbindet.
Wie empfindet ihr die beiden Gedichte? Wie geht ihr mit Abschied um?

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