Die lieben Augen der Mutter
- Katja Schnitzler
- 12. Juni 2019
- 1 Min. Lesezeit
In einem weiteren Gedicht vom 19. Februar 1914 schreibt Gustav Scheufler über "Des Mütterl´s Liebe Augen". Noch habe ich die Chronologie und die zeitliche Anordnung der Verse und Gedichte in den verschiedenen Büchern nicht annähernd ergründen können. Eines fällt mir nun jedoch immer mehr ins Auge. Eine große Anzahl von Gedichten hat Gustav im Februar 1914 geschrieben, noch Monate vor der Mobilisierung.

Was bewegte ihn so sehr in dieser Zeit? Woher kamen all diese - oftmals düsteren -Gedanken schon vor Ausbruch des Krieges? Wusste oder ahnte er, was für ein Schicksal ihn und seine Kameraden bald ereilen würde? Sorgten Sie sich darüber, wohin es sie verschlagen würde? Wer nach Hause zurück kehren würde? Sprachen Sie gemeinsam darüber oder sind es eben jene Zeilen, in denen er seine Gedanken ordnete und seine Ängste versuchte zu verarbeiten? Ich weiß es nicht. Aber dieses Gedicht bringt die Wichtigkeit, die seine Mutter für ihn gespielt haben musste, spürbar zum Ausdruck.
"Des Mütterl`s Liebe Augen" bringt unsmit drei verschiedenen Schicksalen in Berührung. Drei junge Männer, drei verschiedene Begebenheiten und nur ein inniger Wunsch - noch ein letztes Mal in die Augen der lieben Mutter schauen zu können. Wenn ich diese Zeilen lese, spüre ich darin die Sehnsucht dieses fast erwachsenen Mannes nach der Geborgenheit, Wärme und dem Trost seiner geliebten Mutter und die gleichzeitige Angst davor, eines dieser drei Schicksale könnte ihn selbst ereilen.
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